maxbuttlies

Über den Wolken im stillen Vulkan Kanu gefahren.

Ach Mist, die Überschrift benutzte ich schon als Unterschrift bei Instagram.

Jedenfalls, kurzfristig beschloss ich letzten Freitagnachmittag, das ich eher nicht den ganzen Samstag zuhause bleiben möchte, sondern lieber ein paar Stunden unterwegs sein würde und fragte daher eine Freundin, ob sie Lust hätte zum Quilotoa zu fahren. Da dies zutraf und sie auch noch Zeit hatte, kann ich nun davon berichten und damit auch gegen meine zuletzt angesprochene Faulheit ankämpfen. AUs den paar Stunden wurden übrigens fast 15 Stunden.

Ein wunderschönes Panoramabild vom See. Übrigens roch es sehr wie in einem Sandkasten an der Stelle, als hätten sämtliche Hunde Gebrauch von der Fläche gemacht.

Aber was ist denn dieser Quilotoa?

Das ist ein See, in einem nicht mehr aktiven Vulkan und liegt auf fast 4000 Meter Höhe (ich lüge wirklich nicht, steht hier). Der Weg von Quito ist relativ simpel, vom Quitumbe, das südliche Busterminal, nach Latacunga und von dort weiter zum Quilotoa. Ohne Pausen dauert das ganze wohl zwischen drei und vier Stunden, mit vielleicht ein bisschen länger, wodurch wir gegen halb drei am Vulkan ankamen und begannen, diesen herabzusteigen.

Der Weg besteht entsprechend einem Vulkan vollständig aus Sand, wodurch alle paar Meter Gefahr lauert auszurutschen. Passierte bei uns allerdings nur einmal und natürlich war ich derjenige, könnte es allerdings wie eine sehr gekonnte Tanzbewegung aussehen lasse. Aufgrund der fehlenden Fotos dieser Begebenheit, müsst Du mir dabei glauben und es Dir dazu noch vorstellen. Unten angekommen, es dauerte ungefähr eine halbe Stunde, konnte ich selbst beim doch recht seltsamen Preis von sechs Dollar für fünf Minuten der Kanufahrt nicht widerstehen und sprang wahrscheinlich wie ein kleines Kind vor Freude rum. Wirklich interessant war die Kanufahrt tatsächlich nicht, da es neunmal nur ein See ist, großartig war es natürlich dennoch.

Nachdem ich gefühlt jeden Zentimeter des See fotografierte und mir ein freilaufender Hund noch Modell stand, begannen wir damit den Vulkan wieder zu erklimmen und stellten schnell fest, wieso so viele von den angebotenen Pferden Gebrauch nahmen. Es ist wirklich anstrengend. Verglichen mit dem Pichincha nicht ganz so schwer und langwierig, aber aufgrund der an diesem Tag stark scheinendenden Sonne wirklich erschöpfend.

Unterwegs kamen uns immer mehr Menschen entgegen, die am See campen wollten und entsprechend ihrem Proviant wohl nicht planten als zu früh zu schlafen. Das dadurch ein weiterer Punkt auf der „Dinge, die ich noch machen will bevor ich wieder zurück muss“-Liste steht, sollte ziemlich offensichtlich sein.

Nach irgendwas mit einer Stunde erreichten wir endlich den Eingang und entschieden (oder ich beschloss) vor der Rückfahrt noch etwas zu essen, wodurch wir wohl den letzten Bus nach Latacunga verpassten. Dafür bekamen wir die Gelegenheit, den Sonnenuntergang inmitten der Wolken zu sehen. Übrigens war es auch diesmal wieder sehr interessant, die Reaktion zu beobachten, wenn ich mein Essen lieber ohne Fleisch hätte und wie oft im Hintergrund deshalb nachgefragt wird. (Wirklich ohne Fleisch?)

Nachdem wir eine Weile warteten, kamen aus der einen Richtung zwei Menschen und aus der anderen ein Taxi, welches die beiden wohl bereits riefen und uns erklärten, wie könnten mit ihnen zum nächsten Dorf fahren, wo ein Bus nach Latacunga bereits kurz vor der Abfahrt stand. Welch Glück wir doch hierbei hatten und später noch zweimal haben sollten.

In Latacunga angekommen, durften wir dann feststellen, das um acht Uhr das Busterminal bereits geschlossen ist und keine offiziellen Busse mehr fuhren. Inoffizielle gibt es allerdings direkt neben dem Terminal und wir konnten, nachdem wir todesmutig unter einer Brücke durchliefen, gerade noch so in den abfahrenden Bus springen. Glücksfall Nummer zwei.

Irgendwann sehr viel später kamen wir dann am Quitumbe an, von dem wahrscheinlich auch keine Busse mehr in den Norden der Stadt fuhren. Jedoch mussten wir das gar nicht erst herausfinden, da ein Taxifahrer auf uns zukam und uns anbot, für jeweils fünf Dollar die fast einstündige Fahrt zu übernehmen. Ich darf mich wirklich nicht ans Taxi fahren gewöhnen. Taxis sind wirklich günstig hier. Womit ich schon wieder beim Verkehr angelangt bin. Aber das erzähle ich ein anderes Mal.

Buenas! Ich lebe gerade in Ecuador.

Verdammt nochmal, ich bin schon fast fünf Monate in Quito. Das ist in Ecuador. Und weißt Du was ich noch nicht gemacht habe? Mal so wirklich öffentlich darüber berichten. Das einzige was ich bisher tat, sind mehr oder weniger gute Bilder bei Instagram zu veröffentlichen und vor ein paar Monaten legte ich mal ein neues WordPress-Blog an, lud auch dort ein paar Bilder hoch und ließ es dann so. Wieso? Das ist einfach, Faulheit.

Was gegen Faulheit hilft? Naja, so ganz weiß ich das auch nicht, aber manchmal sind es zumindest für mich folgende Dinge: (Es folgt eine nicht vollständige Zehn-Punkte-zum-Erfolg-Liste.)

  1. Musik anmachen, beispielsweise das wirklich ziemlich großartige erste Album von Fortuna Ehrenfeld.
  2. Das iPhone sehr weit weglegen und vorher am Besten noch alle Benachrichtigungen ausschalten. Allgemein diese ausschalten ist auch nicht schlecht, bringt sehr viel Ruhe in Tag.
  3. Mate Tee zubereiten. Oder einen anderen Tee. Oder wenn Du lieber Kaffee trinkst, eben den. Übrigens gibt es hier keine Mate Limonade und nur sehr begrenzte Cola Auswahl, wodurch ich sehr viel weniger Getränke mit Zucker trinke, was wohl meinem Gewicht gut tat.
  4. Notizbuch nehmen und physisch die Aufgaben aufschreiben. Ganz ehrlich, das ist besser, als alles mögliche in irgendwelche Dateien zu schreiben oder in Apps einzutragen. Außerdem ist es wirklich großartig Dinge in einem Buch abhaken zu können. Und es trainiert die Handschrift.
  5. Einfachen machen. Ja, wahrscheinlich hörte ich die letzten Tage zu viele Interviews mit Fynn Kliemann. Dessen erstes Lied vom ersten Album übrigens ebenso großartig ist.

Aber was tat ich denn nun die letzten Monate, die ich nun schon in Ecuador bin?

Wirklich gar nicht so wenig.

Aber wieso bin ich eigentlich in Ecuador?

Solltest du mich gar nicht kennen oder es aus irgendeinem anderen Grund nicht wissen: ich bin dieses Jahr (2018) als Freiwilliger hier, um mal etwas anderes zu sehen als mein Büro. Seit Mitte Januar bin ich hier, seit Februar arbeite ich bei Sinamune. Sinamune ist eine Schule für Menschen mit Behinderung, die verschiedene kreative Therapien anbietet. Der Schwerpunkt liegt bei der Musik, daneben gibt es noch Kunst, Bastelarbeiten, Sprachtherapie und Sport. Bei fast allem dieser Dinge helfe ich irgendwie mit. Außerdem begleite ich die Schüler auf dem Rückweg im Schulbus. Und Spüle manchmal auch ab.

Das wäre es dann auch erstmal bis jetzt. Wahrscheinlich gäbe es noch viel mehr zu erzählen. Wenn Du was bestimmtes wissen willst, schreib' mir bei Twitter.

Und was kommt jetzt noch?

In ungefähr einem Monat ist das Mid Time Camp. Kurz danach habe ich für einen Monat Urlaub, welchen ich in Peru und Bolivien verbringe. Danach ziehe ich mit neuen Freiwilligen in eine WG und dann beginnen auch schon die letzten fünf Monate.

Aber davon erzähle ich dann beim nächsten Mal. Oder auch von etwas ganz anderem. Zum Beispiel, was ich so aus Deutschland vermisse. Ja, es ist tatsächlich auch Brot. Und Käse. Wobei der dann natürlich aus den Niederlanden kommen sollte.